Paralinguistische Stimmcharakteristika bei Depression

„Meine Stimme gegen Depression“

Beschreibung

Die Erklärung, Diagnostik, Vorhersage und Behandlung der Major Depression stellen nach wie vor zentrale Herausforderungen der Psychotherapieforschung dar.

Als neuer und innovativer Ansatz in der Diagnostik und Therapie der Depression erforscht die Paralinguistik Intonationsmerkmale wie Sprechpausen, Sprachrhythmus, Intonation, Tonhöhe und Lautstärke. In diesem interdisziplinären Projekt arbeiten die klinische Psychologie und Informatik zusammen, um über optimierte Algorithmen Depressionen anhand paralinguistischer Stimmcharakteristika (PSCs) möglichst gut zu erkennen, vorherzusagen und zu klären, inwieweit ein bestimmter Intonationsstil dazu beiträgt, die Depression aufrecht zu erhalten.

Darüber hinaus wollen wir die PSCs perspektivisch auch als Therapie einsetzen. Das bedeutet, dass Therapeuten nicht nur, wie gewohnt in der Depressionsbewältigung, mit ihren Patienten erarbeiten, was sie sich sagen, sondern auch wie. Ein Du schaffst das schon! mit leiser, monotoner und kraftloser Stimme wird nichts bewirken, da es nicht emotional überzeugend klingt. Wenn der Satz dagegen mit kraftvoller, deutlicher und dynamischer Stimme ausgesprochen wird, sind die Chance deutlich größer, dass sich damit auch ein Gefühl von Hoffnung und Optimismus auslösen lässt.

Das von der DFG geförderte Forschungsprojekt will die wissenschaftliche Grundlage hierfür schaffen. Dazu sollen Sprachproben mit Hilfe von maschinellem Lernen untersucht werden, um Intonationsunterschiede zwischen klinisch-depressiven und nicht-depressiven Personen zu erkennen. Wir werden Algorithmen entwickeln, mit deren Hilfe depressionsrelevante Intonations-Muster identifiziert werden können. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dann wiederum helfen, ein Intonations-fokussiertes Feedback-Training zu entwickeln, das Menschen mit Depressionen helfen soll, depressive Phasen zu bewältigen.

Studienteilnahme

Bei Interesse an einer Studienteilnahme senden Sie bitte eine Email an klips-stimme@fau.de.

Wir suchen TeilnehmerInnen sowohl mit als auch ohne depressive Erkrankung. Für die Teilnahme erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung. Die Studienteilnahme erfolgt größtenteils online bzw. telefonisch und beinhaltet Interviews, Fragebögen und das Vorlesen von Texten. Neben der Aufwandsentschädigung profitieren Sie von der Studienteilnahme, indem Sie eine fundierte psychologische Diagnostik erhalten und sowohl eine Einschätzung Ihrer psychischen Gesundheit als auch Empfehlungen für mögliche Versorgungsangebote von uns bekommen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns für dieses spannende Forschungsprojekt Ihre Stimme leihen!

Lesen Sie mehr zu diesem Projekt auf der Seite unserer Ambulanz.

Projektleitung

Prof. Dr. Matthias Berking

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Kooperationen

Prof. Dr. Björn Schuller, Universität Augsburg

Prof. Dr. Jarek Krajewski, RFH Köln

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Jonathan Bauer, M.Sc. Psych.

Studientherapeutinnen

Dr. Kathrin Zierhut

Kristina Holler

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Lena Grüttner
Lisa Meisel
Carolin Bosé

Keywords

Major Depression, Paralinguistische Stimmcharakteristika (PSC)

Aktueller Stand

Datenerhebung

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Lena Grüttner

Lisa Meisel

Carolin Bosé